Genetik

Nachdem uns nun fünfzig Jahre lang erzählt wurde, dass die Gene unser Leben bestimmen, stellt sich heute die Frage, was denn unsere Gene wirklich steuert. Seit der Entdeckung der DNS wurde uns eingetrichtert, dass wir ihrer Macht unterliegen.
Doch es ist - vergleichsweise - nicht der Autoschlüssel, der die Fahrt kontrolliert, sondern die Person, die den Schlüssel umdreht.

Wird eine Gen-Wirkung benötigt, gibt es ein Signal aus der Umwelt. Das Gen aktiviert sich nicht aus sich selbst heraus, genauso wenig wie ein Auto auf einmal beschließt, alleine loszufahren.

Die Aktivität der Gene wird also von Signalen gesteuert. Und die kommen aus unserem Gehirn. Das Gehirn nimmt Informationen aus der Umwelt auf, wertet sie aus und erteilt aufgrund dessen Befehle. Die Schalter unserer Zell-Membranen nehmen die Informationen des Gehirns wahr und leiten sie ins Innere der Zelle. Das bedeutet, dass unsere Wahrnehmung auf unsere Gene maßgeblichen Einfluss hat.

So wie wir die Welt sehen, steuert es unsere körperlichen Reaktionen. Wenn wir also die Wahr-nehmung unserer Welt verändern, verändern wir damit auch die Aktivität unserer Gene. Diese Erkenntnisse haben weitreichende Folgen für unsere Gesundheit und unser Verhalten. Denn die Überzeugung, wir seien störanfällige biochemische Maschinen, die durch unsere Gene gesteuert werden, stimmt nicht mehr. Sie weicht der Erkenntnis, dass wir wirksame "Gestalter" unseres Lebens und unserer Welt sind.

Sehr bekannt in diesem Zusammenhang ist der Placebo-Effekt. Patienten erhalten eine Tablette ohne medizinischen Wirkstoff - und - sie werden allein dadurch gesund, dass sie an die Wirkung der Tablette glauben. Man könnte dies als eine erwünschte psychosomatische Heilungsreaktion bezeichnen. Der Placebo-Effekt ist jedoch kein Hokuspokus.

Literaturempfehlung Lipton: Wie Erfahrungen unsere Gene steuern - KOHA Verlag 2006

.

SideMap >>>