Lebenssinn
Im Ursprung kommen wir als eine ganz persönlich runde Einheit auf diese Welt - einzig, um den in uns individuell angelegten Lebenssinn mit allen unseren Eigenschaften frei zu entfalten.
Stellen wir uns vergleichsweise einen Apfelbaum vor, dessen Lebenssinn es ist, sich kräftig zu recken und rotbackige, duftende, knackige Äpfel zu entwickeln.
Nun steht der halbe Baum aber schattig kühl und fest zubetoniert.
Als Folge strecken sich die feinen Wurzeln zum Teil nur zögernd aus, da sie Durst leiden und Luft fehlt. Der Lebenssaft steigt spärlich empor und die Äste recken sich gekrümmt, gering beschützt von einer viel zu dünnen Rinde.
Die Zweige - dünn und zerbrechlich - bringen - vielleicht - spärliche Blätter hervor. Ganz vereinzelt entwickeln sich auch zarte Blüten, die dann - mit viel Glück - zu kleinen, grünen, sauren Äpfeln(un)reifen.
Wenn wir jetzt die kümmerlichen Früchte ins strahlende Sonnenlicht hielten, sie zart streicheln und wässern würden, wäre unser Erfolg sicher nicht groß, da das Problem ja an den feinsten Wurzeln beginnt und - schlussendlich - in der Frucht nur endet.

